Im Westen nichts Neues – Letzter Teil!
24. September 2009 | Von andré | Kategorie: Voice Your OpinionMein erstes Jahr in Düsseldorf geht mit großen Schritten seinem Ende entgegen. Zeit eine Bilanz zu ziehen und bei der Gelegenheit die „Im Westen nichts Neues“ Reihe zu beenden. Wenn ich fragen gestellt bekam, wie es mir den hier ergehe, konnten die eigentlich nicht sehr differenziert sein. Das liegt in der Natur der Sache. Bisweilen hatte ich gar den Eindruck, solche Fragen sind auch nur Ausdruck oberflächlicher Kommunikationsbemühungen. Der Rezipient schien an einer umfassenden Antwort nicht interessiert. Leider lässt sich der Sachverhalt nicht in zwei Sätzen schildern.
Aber um es einmal auf den Punkt zu formulieren: Ja, es gefällt mir hier, und das trotz oder gerade wegen der neuen Herausforderungen und Schwierigkeiten! Nein, nach Thüringen zieht es mich vorerst nicht zurück! Natürlich vermisse ich Familie und Freunde. Darüber hinaus erscheint mir dort gerade nichts besonders lohnenswert. Thüringen ist freiwillig viel zu sehr Provinz, wegen der Größe fällt Kleingeistigkeit dort eher auf und (ja!) es stirbt. Die Abwanderungszahlen belegen das eindrücklich.
Ich habe große Hoffnungen auf die Landtagswahl gesetzt. Bis jetzt ist aber nur das übliche klein-klein, die Taktik oder das Schachern um Positionen auszumachen. Im Moment jedenfalls bin ich einmal froh darüber, das hiesige Ohren nicht besonders gut zwischen sächsischem und thüringischem Tonfall unterscheiden können. Ich möchte nicht nach der Situation in Erfurt gefragt werden.
Sie ist mir peinlich! Angesichts der Personalauswahl dort, könnte man sich durchaus fragen, was es an persönlicher Eignung eigentlich braucht, um in der Politik erfolgreich zu sein. In Thüringen scheinen Bildung, Vernunft, Glaubwürdigkeit oder auch soziale Kompetenz weniger hoch im Kurs zu stehen, als die Fähigkeit zum Ränkespiel. Sei’s drum!
Selbstredend gibt es das hier alles auch. Aber es gibt auch mehr Gegenkräfte, mehr Ideen und so auch mehr Bewegung. Ich sagte es bereits: Gut und Schlecht sind keine brauchbaren Kategorien um Ost-West Unterschiede (so es sie noch gibt) deutlich zu machen. Hier liegen die Dinge anders – das ist alles. Nebenbei bemerkt, ist mir Sachsen auch deutlich sympathischer als Thüringen. Sagt also nicht, ich hätte eine Animosität gegen den Osten entwickelt. Es hat uns nun einmal hierher geführt.
Außerdem finde ich, hat es mir gut getan, noch einmal etwas anderes zu beginnen. Achtzehn Jahre war ich bei meinem letzten Arbeitgeben. Die waren nett, aber zu lernen gab es nicht mehr viel! Da ich die Vor- und Nachteile in den älteren Beiträgen bereits zu erklären versucht habe, nur noch einmal kurz die Bilanz: Düsseldorf, NRW, das Rheinland – Das geht schon klar!! ;-]
