James Sallis – Deine Augen hat der Tod
10. November 2009 | Von andré | Kategorie: Bücher
Ex-Agenten, die von ihrer Vergangenheit eingeholt werden, gibt es in der Literatur weiß Gott genug. Schwer vorstellbar, aus diesem Stoff noch etwas Herausragendes zu machen.
Der Name Sallis klingt dennoch wohl in meinen Ohren. Nicht zuletzt wegen „Driver“ [Deutscher Krimipreis 2008] ist er mir in bester Erinnerung. Ja, ich hatte seinerzeit versucht, mehr von Sallis zu lesen. Allerdings ist die Zahl der deutschen Übersetzungen mehr als überschaubar.
Blind gekauft, in einem Zug durchgelesen, nicht bereut!
Schon bei Driver lag der besondere Reiz in der reduziert, lakonischen Sprache, die eine harte Story noch direkter macht und dabei Raum für Tiefe lässt. Das gilt in besonderer Weise auch für „Deine Augen hat der Tod“. Hinzu kommt hier noch eine fast philosophische Dimension. Nämlich immer dann, wenn Sallis seinen Protagonisten über das Leben oder die Vergangenheit sinnieren läst.
David hat sich neun Jahre nach dem Ausscheiden aus der Agency ein normales Leben aufgebaut. Das hat einige Mühe gekostet. Heute führt er ein Leben als bildender Künstler. Mit dem berühmten Anruf, sind auch die Geister der Vergangenheit und die alten Reflexe wieder da. Eine ehemaliger Kollege sei auf einem Rachefeldzug durch das Land und dezimiere den Bestand an Veteranen der alten Einheit: Zeit zu handeln.
Konspirative Treffen, kryptische Dialoge, ein Trip durchs ganze Land zum Showdown nach New Orleans: Worum es genau geht, habe ich bis zum Schuss nicht wirklich begriffen. Das tut der Geschichte aber keinen Abbruch, Spannung und Tempo reißen nicht ab und letztlich sind da immer wieder diese Momente der Reflexion..
Wirklich ungewöhnlich für einen Agententhriller!
James Sallis – Deine Augen hat der Tod
Verlag: Liebeskind; Auflage: unveränderte Auflage (29. Juli 2008)
Gebundene Ausgabe: 191 Seiten
ISBN-13: 978-3935890564
